Aktuell:
» Home
» Einsätze
» Sülze
» Impressum
» Dienstplan
» Photovoltaik
Feuerwehr:
» Feuerwehr
» Jugendfeuerwehr
» Ortskommando
» Notfall
Veranstaltungen:
» 75. Jubiläum
» Chronik
» Weihnachtsmarkt
» Benefizkonzert
Photovoltaik:

Feuerwehreinsatz an einer Photovoltaikanlage
 
Aufgrund des Energiewandels und der Zunahme von erneuerbaren Energien, tendieren viele Hausbesitzer dazu, die Sonne als Energiequelle zu nutzen. Sei es durch Solarthermie (Warmwasser) oder Photovoltaik-Anlagen (Strom). Allerdings müssen sich die Einsatzkräfte dabei neuen Gefahren und vorhergehensweisen bei der Brandbekämpfung stellen.

Bei einem Gebäudebrand mit einer Solarthermie-Anlage sind die einzigen Gefahren das hinunterfallen der Module und das größere Gewicht auf dem Dach.

Handelt es sich um einen Gebäudebrand, bei dem eine PV-Anlage auf dem Dach installiert wurde, so gibt es viele Gefahren und Schutzmaßnahmen auf die man achten sollte. (In diesem Teil wird dabei verstärkt drauf eingegangen.)

Von folgenden Gefährdungen kann man bei PV-Anlagen ausgehen:

  • Gefahren durch Atemgifte
  • Gefahren durch Einsturz/zusätzlich herabfallende Teile
  • Gefahren durch Elektrizität
  • Gefahren durch Ausbreitung

Atemgifte:
  • Bei einem Gebäudebrand, bei dem eine PV-Anlage beteiligt ist, werden toxische Verbrennungsprodukte freigesetzt. Es handelt sich hierbei allerdings größtenteils um die Atemgifte, die auch bei Gebäudebränden ohne PV-Anlage auftreten.
  • In den Modulen der Anlage werden folgende Baustoffe eingesetzt und durch die Verbrennung freigesetzt: Glas, Silizium, Metalle, Schwermetalle, Gießharz, Ethylen, Vinylacetat, Silikon, Folienverbünde und Kunststoffe.


Die Schutzmaßnahmen hierzu sind:

  • Umluftunabhängigen Atemschutz einsetzen!
  • Lüftungsanlagen abschalten!
  • Personen aus den betroffenen Bereichen retten!


Einsturz / herabfallende Teile:
  • Die Komponenten einer PV-Anlage sind in der Regel nicht über Baustoffklassen definiert. Dadurch kann keine genaue Aussage über das Brandverhalten gesagt werden.
  • Das verbaute Verbundglas auf der PV-Anlage kann durch das Erhitzen und/oder kühlen durch das Löschwasser bersten und in Teile abfallen.
  • Die bisherigen Erfahrungen weisen auf, dass die PV-Anlage bei einem Abbrand der darunterliegenden Dachkonstruktion überwiegend nach innen fallen.
  • Allerdings sind auch andere herabfallende Teile ein Gefahrenpotential (vgl. mit anderen Gebäudebränden).


Die Schutzmaßnahmen hierzu sind:

  • Den durch herabfallende Teile gefährdeten Bereich meiden und absperren (Trümmerschatten)!
  • Beachten der erhöten Dachlast bei Innenangriffen und Nachlöscharbeiten!


Elektrizität
Eine Gefährdung durch Elektrizität besteht bei einer Berührspannung von 50 V in Wechselstromsystemen (AC = alternating current) und 120 V bei Gleichstromsystemen (DC = direct current) (DIN VDE 0100 - 0410 und IEC 60479-1).

Solarmodule erzeugen auch bei geringem Lichteinfall eine elektrische Gleichspannung:
  • Die maximale Berührungsspannung bei Gleichspannung muss eingehalten werden (120 V). Allerdings überschreiten PV-Anlagen meist diesen Wert.
  • PV-Anlagen lassen sich bislang noch nicht komplett Spannungsfrei schalten.
  • Unter Spannung stehen die Bauteile zwischen dem Wechselrichter und den Modulen. Bei einer fehlerhaften Isolation ist mit einer Gefährdung zu rechnen. Vor allem ist hierbei die Gefährdung der beschädigten Anlagenteile zu beachten.
  • Ein unsachgemäßes trennen von Leitungen und Steckverbindungen, Isolationsschäden oder Leitungsunterbrechungen können zur Entstehung von Lichtbögen führen. (Es besteht dabei die Gefahr durch Verbrennungen und Sekundärunfällen.)


Wann liegt eine gefährliche Spannung an?
  • Grundsätzlich liegt bei jeglichem Lichteinfall eine Spannung an. Ebenfalls bei Dämmerung und bei der Beleuchtung der Einsatzstelle muss mit einer Gefährdung gerechnet werden. In den Morgenstunden steigt die elektrische Spannung sprunghaft an.
  • WICHTIG: Man muss davon ausgehen das die PV-Anlage unter Spannung steht, solange bis die Spannungsfreiheit nicht festgestellt wurde!
  • Von einer unbeschädigten PV-Anlage geht keine Gefahr für den Menschen aus.
  • Momentan betragen die Systemspannungen bis zu 1000 V Gleichspannung. Dadurch liegt eine Anlage im Bereich der Niederspannung gemäß DIN VDE 0132.
  • ACHTUNG: Ist ein Modul der PV-Anlage zerstört, so besteht die Gefahr eines elektrischen Schlages. Diese Maßnahme dient keinesfalls der Spannungsfreischaltung!


Folgende Schutzmaßnahmen sind zu beachten:

  • Es sollten die Verhalten und Maßnahmen der DIN VDE 0132 eingehalten werden.
  • Zu den Gefahren und Vorhergehensweisen gelten die Hinweise der GUV-I 8677 "Elektrische Gefahren an der Einsatzstelle".
  • Es muss ein mindestabstand von einem Meter zu spannungsführenden Teilen eingehalten werden. Dies gilt auch zu benachbarten metallischen Konstruktionen, die unter Spannung stehen. Außerdem sollen keine herabhängenden elektrischen Leitungen oder sonstige Anlagenteile nicht berührt werden (sichern durch Absperren!).
  • Es sind die Regeln zur Anwendung von Löschmitteln in Gegenwart elektrischer Spannungen einzuhalten (DIN VDE 0132).
  • Das schalten der Anlagen über nicht intakte Schalter oder auch das Trennen der PV-Module darf nur durch Elektro-Fachpersonal druchgeführt werden!
  • Es muss beachtet werden, dass Gefahren durch das Eindringen von Löschwasser in elektrische Anlagen entstehen.
  • In überfluteten Bereichen gil: Abstand halten und leitfähige Teile nicht berühren!


Ausbreitung:

  • An beschädigten Anlagen kann die Brandgefahr durch Lichtbögen entstehen.
  • Es kann bei Aufdachanlagen und Fassadenkonstruktionen der Kamineffekt eintreten. Es kann dabei die Gefahr der Brandausbreitung bestehen.
  • Gebäude mit einer weitgehend geschlossenen PV-Modulfläche können zu einer Behinderung bei Lösch- oder Hilfeleistungsarbeiten führen,

    • falls die Öffnung der Dachhaut erforderlich sein sollte.
    • falls das Dach betreten werden muss (WICHTIG: Die PV-Module dürfen nicht betreten werden!).
    • falls die Brandabschnitte (Brandwände) vorschriftswiddrig durch brennbare Anlagenteile überbrückt werden.


Die Schutzmaßnahmen hierzu sind:
  • Die Bereiche, bei denen Lichtbögen entstehen können sichern und eine Elektrofachkraft für die Abschaltung beauftragen!
  • Schaltvorgänge und bzw. auch die Leitungstrennung darf nur durch Elektrofachpersonal durchgeführt werden!
  • Mit der Wärmebildkamera mögliche Brandausbreitungen beobachten!


 
Quelle: Feuerwehreinsatz an Photovoltaikanlagen / Information für Einsatzkräfte von Feuerwehren und Technischen Hilfsdiensten
Wetter:

Aktivitäten:
 
Heutiges Datum:
© 2009/10 Feuerwehr Sülze